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Archiv der Kategorie Safarireisen
Auf Hemingways Spuren
2.10.2008 von admin.
WATAMU - Lieblingsplatz von Hemingway. Davon zeugen noch heute viele Dinge.
Nun wollte ich doch einmal etwas nördlicher von Shanzu die Gegend erkunden und kann den Trip nach Malindi auch mit ein paar Besuchen bei Freunden verbinden. Da man mir sagte, es sei besser von Mombasa zu starten fuhr ich also mit dem Matatu nach MBA um mir dort am Busbahnhof ein Ticket nach Watamu so organisieren. Zum Glück war ich früh dort und konnte mir somit noch den Sitzplatz aussuchen. Meine Erfahrung reichte, um mir den Platz vor der Hinterachse zu sichern. Nach hinten und vorne genug Spielraum falls es zu einem Unfall kommt. Mit 400 KSH hab ich wahrscheinlich wieder Mzungupreis bezahlt aber irgendwann nach einer Stunde gings los. Mit einem Signalton, der mir fast die Ohren verblies fuhr das Busmonster an und ab gings gen Norden. Und prompt hielt die Kiste auch noch in Mtwapa, hätte mir also den Weg nach Mombasa sparen können. Aber so hatte ich wenigstens einen sicheren Sitzplatz, da, wie immer die Fahrzeuge bis aufs äußerste beladen werden. Ich glaube der Fahrer hatte so eine Freude an seiner Hupe, bei uns würde das sicher mit Lärmbelästigung ersten Grades bestraft. Nun gings also ca. 80 km Richtung Norden. Wir kamen ganz gut voran, da der Busdriver sicher meinte, er müsse einen neuen Weltrekord aufstellen. Teilweise verlief die Fahrt mehr im Strassengraben als auf der Strasse, da es kaum eine Möglichkeit gab, den riesen Schlaglöchern auszuweichen Die vorderen und hintersten Passagiere stiessen teilweise mit den Köpfen an der Kabinendecke an und als sich der Bus mal bedenklich auf die Seite neigte wurden auch deren Stimmen laut. Ich glaube der Fahrer tat danach gut daran, etwas vom Gas zu gehen. Irgendwann hatten wir es geschafft und ich nahm mir ein Tuck Tuck um in das kleine Fischerdorf Watamu zu kommen. Typisch, an den Strassenrändern die vielen Händler und da entdeckte ich einen ziemlich großen Supermarkt. Ich hatte ja vor Halima, eine Bekannte aus früheren Zeiten zu besuchen und so bepackte ich mich mit ein paar Kilos Reis, Zucker, Maismehl und Bonbons um nicht mit leeren Händen zu kommen. Halima musste nach dem Tod ihrer Eltern zurück um ihre kleinen Geschwister zu versorgen. Ich lief nun ziemlich planlos zwischen den teilweise recht maroden Häusern herum und habe es doch geschafft, das Haus und die Familie zu treffen. Der Anblick der sich mir bot war erschreckend, 4 Kinder zwischen 3 und 11 Jahren, deren Großonkel und Halima die Älteste teilten sich etwa 35 qm Raum. Von Möbeln konnte man nicht sprechen, die Kinder schliefen auf dem Boden auf ein paar zerflederten Matrazen, ein Parafinkocher und 2 Hocker waren das Mobiliar Und dann ein kleiner Nebenraum, wo sich Halima mit dem Großonkel das Bett teilte. Eine Dusche befand sich auch in dem Gang, diese wurde von 3 Parteien genutzt. Die Freude über meinen Besuch war natürlich groß und auch das mitgebrachte Essen sowie die Bonbons für die Kids. Aber ich konnte unmöglich dort schlafen. Halima brachte mich ganz in der Nähe in einem kleinen Hotel unter. Das Marijani Holiday Resort ist ein nettes Familienhotel mit 10 Apartments und einem offenen Frühstücksraum auf dem Dach. Als Attraktion warten dort 6 sprechende Graupapageien. Leider war die Begrüßung etwas chaotisch, dreimal kam der Portier in mein Zimmer bis er den korrekten Preis rausgefunden hatte. War halt ausserhalb der Hochsaison. Ich verabredete mich am Abend in der Jambo Bar zum Dinner. Ich war um acht Uhr dort und auch der einzige Gast, nach zwei kalten Tusker Bier kam dann auch endlich Halima mit einer Freundin, naja, es ist Mzungutime, beide super rausgeputzt und nach dem Klasse Essen schleppten sie mich in die einzige offene Disko dem Come Back Club, ein mäßiger Schuppen aber die Musik war ok und die Getränke kalt. Zum Glück war ich in Begleitung sonst hätten mich wohl die dort anwesenden Mädels in der Luft zerpflückt, so hungrig wie die dreinschauten. Irgendwann am Morgen um zwei sind wir dann heim. Ich sagte, das ich die paar Meter ins Hotel laufen will. Am nächsten Morgen wurde ich im Frühstücksraum mit lauten Jambo-Gekrächz der Papageien begrüßt und nach einem ausgiebigen und gutem Frühstück gings an die Beach. Watamu ist ja das Dorado der Hochseefischer und ich sah auch eine ganze Menge Fangboote in der Bucht vor dem Hemmingway Hotel. Leider trifft man dort wie in vielen Teilen Afrikas auf eine überdurchschnittlich hohe AIDS-Rate. Ich habe wenig Personen im mittleren Alter getroffen. Die Arbeitslosigkeit ist sehr hoch und so bleibt vielen jungen Menschen nur entweder wegzugehen oder in den Hotels und Bar`s ihr Glück zu machen. Ausserhalb der Saison natürlich ein Riesenproblem und jetzt, nach den Debakelwahlen, wo kaum Touristen ins Land kommen, sowieso. So traf ich auch Fanny, die Freundin Halimas im Ocean Sports Hotel wieder. Ich spendierte ein Soda und wollte dann aber weiter, da ich noch vor dem Abend in Malindi sein wollte. Es sollte auch nicht das letzte Treffen mit ihr gewesen sein. Im Leben begegnet man sich ja immer 2x. Also zurück ins Hotel, Rucksack schnappen und mit dem Taxi zur Malindiroad. Ich ergatterte einen Frontplatz im Matatu und auf gings die ca. 20 km nach Malindi. Und diesmal verstand der Driver wirklich sein Handwerk, so geschickt wie der die Schlaglöcher umfuhr.
Buchtipp
Kenias Küste - Watamu, kleines Fischerdorf am Indischen Ozean
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Mein Trip nach Malindi
2.10.2008 von admin.
mein Gott wo bin ich hier gelandet, verstopfte Strassen, fliegende Händler, ein Shop neben dem anderen. So mein erster Eindruck von Malindi. Als erstes brauch ich ein Hotel und nach ein paar Umfragen hatte ich auch schnell was gefunden. Cloud Nine, eine kleine Pension mit ein paar Apartments, Pool, Bar und Frühstücksraum. Riesen Zimmer mit Aircondition und Moskitonetz, wir einigen uns auf 15 € die Nacht mit Frühstück. Die Küste liegt auch unmittelbar vor dem Haus, also für mich optimal. 1498 ging hier der Portugiese Vasco da Gama an Land, davon zeugt heute noch eine weit ins Meer reichende Landebrücke. Mit ca. 70.000 Einwohnern ist Malindi auch bei den etwas größeren Städten in Kenia anzusiedeln. Touristisch haben die Stadt wohl eher die Italiener geprägt. Viele Restaurants nach italienischen Stil und entsprechenden Speisen wie Pizza und Pasta in allen Ausführungen und auch die meißten Wazungus sind italienischer Herkunft. Ich mach mich nun gleich auf den Weg in die City, schnell an der Barclaybank im Sabaki Shopping Centre paar Scheine ziehen und schon lande ich im Stars & Gators. Ein typisch afrikanisches Restaurant mit großer Bar und um diese Zeit schon recht gut besucht. Na ja, es ist Freitag abend und ab 9 Uhr gibt es wohl auch Disco. Nach ein bißchen Smalltalk mit paar Besuchern will ich aber doch in ein Restaurant zum Dinner. An Auswahl mangelt es ja nicht und ich teste gleich mal die nebenan gelegene Pizzaria. Ist nicht sehr voll und ich bekomme zügig meine Pasta mit Salat und Boulognese. Hat geschmeckt wie beim Italiener und da es für Party in Kenia noch recht früh ist gehe ich nebenan in Hermann’s Beergarden mit deutschem Ambiente auf einen Drink. Und treffe dort schon wieder auf Fanny von Watamu, diesmal in Begleitung eines etwas älteren Herrn. Irgendwie habe ich dort auch das Gefühl, dass die meißten dorthin zum “Vorglühen” gehen bevor es dann in den einschlägigen Dskotheken so richtig abgeht. Ich bin dann auch später ins Star Dust, aber es ähnelt wie den meißten großen Diskotheken in Kenia. Mzungu zahlt dort 500 Ksh, Afrikaner 100 KSH, laute amerikanische Musik, und Boys and Girls auf der Jagd nach ihrem Mzungu. Irgendwie hab ich keine Lust da drauf und pick mir ein Tuck Tuck, 3 rädrige Vespa und fahr ins Hotel zurück. Will ja am nächsten Tag bißchen Malindikultur erleben. Es dauerte allerdings über eine Stunde, die 2 km zum Hotel zu überwinden, der erste hatte einen Plattfuss und beim zweiten Moped fiel der Motor aus. Welcome Afrika, manchmal vergisst man zu schnell.
Nach einem ausgiebigen Frühstück, Kaffee, Obst, Toast und Eiern machte ich mich nun auf die Spuren von Vasco da Gama. Und da heißt es natürlich erstmal an die Beach. Von meinem Hotel etwa 200 m durch den Busch und ich war am Meer. Ausser ein paar Fischern war kaum jemand zu sehen und so walkte ich gemütlich in südlicher Richtung wo es heute noch die Landebrücke gibt und etwas weiter der Pilar (Gama Säule) steht. Klar, das man da auch wieder Eintritt zahlt, aber das Geld war ok denn der Eintritt war auch fürs Museum und das Chapel. Mein Guide erzählte mir recht interessante Storys über Malindi und wir gingen gemeinsam auch zum Chapel, der erste portugiesische Friedhof mit Kirche, wo sogar heute noch Trauungen abgehalten werden. Auch das kleine Malindi-Museum war sehr toll ausgerüstet und mit vielen kleinen Extras bestückt. Ich möchte hier nicht im Einzelnen die Museumsstücke aufzählen, da sicher viele meiner Leser das selbst erkunden wollen. Es ist aber auf jeden Fall zu empfehlen. Die ganze Führung ging ca. 3 Stunden und anschließend brauchte ich ein kaltes Tusker. Da mein Guide Moslem war, gab es nur ne Cola und 100 Ksh Trinkgeld für ihn. Ich empfehle wirklich jedem einen Führer zu mieten, denn er ist im Preis enthalten und das Trinkgeld von max. 1-2 € sollte man schon investieren. Ich machte mich nun auf nach der legendären African Snake Farm wo man eigentlich alles, was so am Boden in Afrika schlängelt einschließlich grüner und schwarzer Mamba, sehen und anfassen kann. Meinen Malinditrip liess ich dann ausklingen mit einem Besuch der Falconry, Kenias einzige Falknerei wo man auch selbst mal die Tiere auf den Handschuh bekommt. Es waren tolle Eindrücke und ich wünsche jedem viel Spass beim Besuch in Malindi.
afrikaträume ![]()
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