Auf Hemingways Spuren

WATAMU – Lieblingsplatz von Hemingway. Davon zeugen noch heute viele Dinge.

Nun wollte ich doch einmal etwas nördlicher von Shanzu die Gegend erkunden und kann den Trip nach Malindi auch mit ein paar Besuchen bei Freunden verbinden. Da man mir sagte, es sei besser von Mombasa zu starten fuhr ich also mit dem Matatu nach MBA um mir dort am Busbahnhof ein Ticket nach Watamu so organisieren. Zum Glück war ich früh dort und konnte mir somit noch den Sitzplatz aussuchen. Meine Erfahrung reichte, um mir den Platz vor der Hinterachse zu sichern. Nach hinten und vorne genug Spielraum falls es zu einem Unfall kommt. Mit 400 KSH hab ich wahrscheinlich wieder Mzungupreis bezahlt aber irgendwann nach einer Stunde gings los. Mit einem Signalton, der mir fast die Ohren verblies fuhr das Busmonster an und ab gings gen Norden. Und prompt hielt die Kiste auch noch in Mtwapa, hätte mir also den Weg nach Mombasa sparen können. Aber so hatte ich wenigstens einen sicheren Sitzplatz, da, wie immer die Fahrzeuge bis aufs äußerste beladen werden. Ich glaube der Fahrer hatte so eine Freude an seiner Hupe, bei uns würde das sicher mit Lärmbelästigung ersten Grades bestraft. Nun gings also ca. 80 km Richtung Norden. Wir kamen ganz gut voran, da der Busdriver sicher meinte, er müsse einen neuen Weltrekord aufstellen. Teilweise verlief die Fahrt mehr im Strassengraben als auf der Strasse, da es kaum eine Möglichkeit gab, den riesen Schlaglöchern auszuweichen Die vorderen und hintersten Passagiere stiessen teilweise mit den Köpfen an der Kabinendecke an und als sich der Bus mal bedenklich auf die Seite neigte wurden auch deren Stimmen laut. Ich glaube der Fahrer tat danach gut daran, etwas vom Gas zu gehen. Irgendwann hatten wir es geschafft und ich nahm mir ein Tuck Tuck um in das kleine Fischerdorf Watamu zu kommen. Typisch, an den Strassenrändern die vielen Händler und da entdeckte ich einen ziemlich großen Supermarkt. Ich hatte ja vor Halima, eine Bekannte aus früheren Zeiten zu besuchen und so bepackte ich mich mit ein paar Kilos Reis, Zucker, Maismehl und Bonbons um nicht mit leeren Händen zu kommen. Halima musste nach dem Tod ihrer Eltern zurück um ihre kleinen Geschwister zu versorgen. Ich lief nun ziemlich planlos zwischen den teilweise recht maroden Häusern herum und habe es doch geschafft, das Haus und die Familie zu treffen. Der Anblick der sich mir bot war erschreckend, 4 Kinder zwischen 3 und 11 Jahren, deren Großonkel und Halima die Älteste teilten sich etwa 35 qm Raum. Von Möbeln konnte man nicht sprechen, die Kinder schliefen auf dem Boden auf ein paar zerflederten Matrazen, ein Parafinkocher und 2 Hocker waren das Mobiliar Und dann ein kleiner Nebenraum, wo sich Halima mit dem Großonkel das Bett teilte.  Eine Dusche befand sich auch in dem Gang, diese wurde von 3 Parteien genutzt. Die Freude über meinen Besuch war natürlich groß und auch das mitgebrachte Essen sowie die Bonbons für die Kids. Aber ich konnte unmöglich dort schlafen. Halima brachte mich ganz in der Nähe in einem kleinen Hotel unter. Das Marijani Holiday Resort ist ein nettes Familienhotel mit 10 Apartments und einem offenen Frühstücksraum auf dem Dach. Als Attraktion warten dort 6 sprechende Graupapageien. Leider war die Begrüßung etwas chaotisch, dreimal kam der Portier in mein Zimmer bis er den korrekten Preis rausgefunden hatte. War halt ausserhalb der Hochsaison. Ich verabredete mich am Abend in der Jambo Bar zum Dinner. Ich war um acht Uhr dort und auch der einzige Gast, nach zwei kalten Tusker Bier kam dann auch endlich Halima mit einer Freundin, naja, es ist Mzungutime, beide super rausgeputzt und nach dem Klasse Essen schleppten sie mich in die einzige offene Disko dem Come Back Club, ein mäßiger Schuppen aber die Musik war ok und die Getränke kalt. Zum Glück war ich in Begleitung sonst hätten mich wohl die dort anwesenden Mädels in der Luft zerpflückt, so hungrig wie die dreinschauten. Irgendwann am Morgen um zwei sind wir dann heim. Ich sagte, das ich die paar Meter ins Hotel laufen will. Am nächsten Morgen wurde ich im Frühstücksraum mit lauten Jambo-Gekrächz der Papageien begrüßt und nach einem ausgiebigen und gutem Frühstück gings an die Beach. Watamu ist ja das Dorado der Hochseefischer und ich sah auch eine ganze Menge Fangboote in der Bucht vor dem Hemmingway Hotel. Leider trifft man dort wie in vielen Teilen Afrikas auf eine überdurchschnittlich hohe AIDS-Rate. Ich habe wenig Personen im mittleren Alter getroffen. Die Arbeitslosigkeit ist sehr hoch und so bleibt vielen jungen Menschen nur entweder wegzugehen oder in den Hotels und Bar`s ihr Glück zu machen. Ausserhalb der Saison natürlich ein Riesenproblem und jetzt, nach den Debakelwahlen, wo kaum Touristen ins Land kommen, sowieso. So traf ich auch Fanny, die Freundin Halimas im Ocean Sports Hotel wieder. Ich spendierte ein Soda und wollte dann aber weiter, da ich noch vor dem Abend in Malindi sein wollte. Es sollte auch nicht das letzte Treffen mit ihr gewesen sein. Im Leben begegnet man sich ja immer 2x. Also zurück ins Hotel, Rucksack schnappen und mit dem Taxi zur Malindiroad. Ich ergatterte einen Frontplatz im Matatu und auf gings die ca. 20 km nach Malindi. Und diesmal verstand der Driver wirklich sein Handwerk, so geschickt wie der die Schlaglöcher umfuhr.

Watamu Beach   Traum von Afrika

Buchtipp
Kenias Küste – Watamu, kleines Fischerdorf am Indischen Ozean

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