Keniataxi oder Nahtoderfahrung

Sammeltaxis gibt es auch woanders auf der Welt, aber die in Kenia sind einzigartig. Man nennt die ausrangierten Geländewagen und Kleinbusse Matatus und gibt ihnen Namen wie „King of the Road“ oder „Forever young“. Sie sind eine Gefahr, aber notwendiges Übel.
Wie Afrikaner von einem Ort zum Anderen kommen hat sich in den letzten 2000 Jahren nicht wesentlich geändert. Man läuft, und wenn man was zu transportieren hat wird dies meist von den Frauen und Mädchen erledigt, und zwar bis zu 30 kg auf dem Kopf.
Matatu mombasa malindi Seit den 60er Jahren hat sich ein privater Sektor im Personentransportwesen etabliert und pendelt seither irgendwo zwischen legal und aber-sowas-von-verboten: die Matatus. Die Fahrer oft ohne Führerschein, in der Regel gnadenlos überladen und die technischen Mängel und der Rost der Karosserien werden mit Bibelsprüchen und Fussballstars übermalt. Die Polizei schaut meistens weg, sie bekommen ja auch ihren Anteil von dem Geschäft und da die kenianische Regierung den Personenverkehr nur zu etwa 50% abdecken kann floriert das Geschäft der Matatus.
Matatus sind notwendiges Übel, meinen die Kenianer. Man kann weder mit ihnen noch ohne sie leben, sagen sie. Viele Besserverdienende betrachten Matatus als Geldanlage. Viele Arbeitslose haben als Matatu-Fahrer oder als Matatu-Belader ihre Karriere als Kleinkriminelle aufgegeben und eine neue Lebensgrundlage gefunden.

Ich selbst nutze gern bei meinen Reisen dieses Fortbewegungsmittel. Es ist billig und man kommt ein wenig den Menschen näher. Allerdings werfe ich vor dem Einsteigen immer einen kurzen Blick auf die Reifen und die Augen des Fahrers.  Mira, ein Rauschmittel zum Kauen wird oft verwendet um der Müdigkeit entgegen zu wirken, reizt aber auch zu Kamikazefahrkünsten.

Mehr auf ORF.at

Dieser Beitrag wurde unter Afrika erleben veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *