Malayas in Kenia

Der Ruf der Malayas in Kenia

Es war doch heute mein Geburtstag und ich hatte keinen Bock darauf, jetzt schon aufs Zimmer zu verschwinden.Ich musste raus und ich wollte Party machen. Der Askari am Gate gab mir dann den Tipp mit der Tembo-Disco. Da ist immer Party und auch für Touristen ist der Aufenthalt dort kein Problem. Also rein ins Taxi und ab zu dem Laden. Es waren keine 10 Minuten Fahrzeit.

„Toll gemacht“, denke ich, mit Biergarten und einer riesengroßen Bar, der Dancefloor voller schwitzender Menschen und natürlich jede Menge Schokomädchen. Mein erstes Bier war noch nicht mal bestellt, da zupfte es auch schon an meinem T-Shirt.

„Hallo“, „what is your name?“ “I need a drink”. Na ja denke ich. Bitte sagen können die hier ja wohl nicht. Sie sah ja ganz schnuckelig aus so mit ihren High Heels, dem Mini und ihrem bauchfreien Top, aber ich bin noch nicht in Stimmung. Eigentlich suchte ich ja auch nur etwas Gesellschaft zum quatschen und keine Hure.

Tembodisco in Bamburi KeniaDa diese Art Anmache aber mit jedem weiteren Schritt den ich an der Bar vorbeilief von vorne begann, verzog ich mich schließlich in eine etwas ruhigere Ecke und genoss einfach den Ausblick auf die vielen Menschen. Plötzlich spürte ich, dass ich beobachtet werde. Ich schaute mich um und spürte so ein eigenartiges Kribbeln im Bauch.

Mein Bauch sagt mir aber auch, lass es, dreh dich nicht um. Dann sah ich sie an der Tanzfläche, lässig an eine der Stützsäulen gelehnt und sie lächelte und schaute mich so durchdringend an. So schlank und doch mit allen weiblichen Formen ausgestattet. Lange dünne Rasterzöpfe und solch ein Lächeln das es mich grad fror. Ich weiß gar nicht was plötzlich in mir vorging? „Die muss ich kennen lernen“ dachte ich und winkte ihr unmissverständlich zu. Langsam und graziös bewegte sie sich auf meinen Platz zu. „Das kann doch nur eine Malaya sein“ denke ich, so wie die sich bewegt?„Hallo Mzungu wie geht es dir“ begrüßte sie mich mit ihrem süßen Lächeln auf dem Gesicht. Uups, sie spricht sogar deutsch, also doch ne Hure? „Sprichst du deutsch?“ fragte ich sie. „Nein, nur ein paar Worte“ ist ihre Antwort. Ich erzählte ihr, nun aber in Englisch, von meinem Problem und lud sie ein mir etwas Gesellschaft zu leisten und was zu trinken. Doch sie schaute auf ihre Uhr, schüttelte den Kopf. „Es ist zu spät für heute, ich muss morgen früh zur Schule. Lass es uns doch verschieben.“

Was heißt jetzt das? Das wäre ja das erste Mal das jemand auf einen kleinen Nebenverdienst verzichtet? Mir wäre es doch ein paar Schillinge wert gewesen wenn wir nur ein wenig geplaudert hätten. Aber sie bedankte sich für die Einladung und verabschiedet sich höflich. „Gib mir doch deine Handynummer, ich rufe dich an wenn ich Zeit habe.“ „Ich bin mit meiner Familie hier“ erkläre ich ihr, „und wir wohnen im Neptun. Es wird schwer werden mich zu erreichen, da wir doch einige Touren geplant haben.
„Mama schläft?“, ich sag „ja, wir sind erst gestern angekommen.“
„No problem, have a good time with your family in kenya“. Und schon ging sie in Richtung Ausgang. „Wie heißt du?“ rief ich ihr noch nach. Sie drehte sich noch mal um und sagte „LISA“ und dann ist sie auch schon am Ausgang. Ich verstand die Welt nicht mehr. Unser Bekannter hat mir doch erklärt, dass kein  Afrikaner in solchen Touristengebieten und Diskotheken verkehrt, es sei denn geschäftlich, z.B. im  Hotel als Kellner, als Rausschmeißer oder Barmaid und das es allein an der Nordküste von Mombasa bis Malindi sicher über 40.000 Menschen gibt, deren Broterwerb die Prostitution ist. War ich jetzt nicht ihr Typ, oder hatte sie Abstand genommen, weil ich nicht solo im Urlaub bin, oder ist sie wirklich keine Hure? Nachdenklich trank ich mein Bier leer und suchte dann auf dem Parkplatz meinen Taxifahrer, der mich wieder zurück ins Hotel brachte. Meine Frau, die bei meiner Heimkehr wach wurde, war von meinem nächtlichen Ausflug natürlich nicht so begeistert. Ich nahm sie in den Arm und wir schliefen schließlich ein.

Die Antwort auf meine nächtliche Bekanntschaft sollte schon bald folgen.

3 Kommentare zu Malayas in Kenia

  1. Anita sagt:

    Das finde ich sehr gut. weil es den kinder jetzt besser geht. und es freud mich dass du jetzt glücklich bist. aber alles hat seinen sinn ob negativ ist oder positiv in deinem Leben. Du hast zwei Liebe kinder wo dich Lieben das nehme ich an. das ist das erste positive in deinem Leben. ohne diese erfahrung hättest du sicher nie dieses buch geschrieben oder? liebe Grüsse Anita

  2. Anita sagt:

    Lieber Ulf ich weiss es ist nicht leicht wenn man Kinder hat und die Mutter nicht gut ist. Die Behörten sind immer dort wo sie nicht sein sollten und dort wo sie sein sollten sind sie nicht. ist in der Schweiz nicht anderst. deine seiten wo ich gelesen habe sind gut beschrieben. Die menschen spielen gerne mit einander egal was es kostet. Aber was zählt ist die liebe.

    • admin sagt:

      Liebe Anita, vielen Dank für die Nachricht. Ich bin heute eigentlich froh darüber, dass die Kindesmutter eingesehen hat, dass es nur zu Lasten der Kinder geht wenn Sie Stress macht. Die Erpresserei zu Beginn unserer Trennung beim Besuchsrecht hat keinem gut getan. Ich bin heute glücklich. Die Kinder sind von Freitag Mittag bis Montag bei mir und unter der Woche bei Ihr. Dann passt es.

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