Nairobi: Zäune aus Plastikmüll

Kenias Hauptstadt Nairobi zählt 2,7 Millionen Einwohner, von denen jeder einzelne wie jeder Mensch täglich konsumiert. Nicht nur um sich zu ernähren, sondern um sich zu pflegen oder das Leben angenehmer zu gestalten. Dementsprechend bleiben knapp 3.000 Tonnen Plastikmüll zu entsorgen — alle 24 Stunden aufs Neue. Da wie vielerorts in Afrika auch in Nairobi der Umgang mit Müll ein großes Problem darstellt, kommt die Idee, die dort von einem findigen Kleinunternehmer in Nairobi kürzlich umgesetzt wurde, wie gerufen:

Die riesigen Mengen Plastik, die bereits als wertlos deklariert wurden, indem man sie zu Müll erklärte, finden dabei eine neue Funktion. Sie werden zu Zaunpfählen umgewandelt. Das gesammelte Plastik wird eingeschmolzen und zu dicken Plastikblöcken zusammengegossen. Daraus werden dann per Hand und leichtem Werkzeug die Zaunpfähle gehauen, die als Alternative zu sonst üblichen Holzpfählen gleich mehrere positive Wirkungen entfalten.

Erstens wird ein wenn auch geringer Teil des ohnehin anfallenden Mülls wiederverwertet. Zweitens wird die Umwelt geschont, weil auf das Abholzen von Bäumen zur Zaunpfahlproduktion verzichtet werden kann. Und drittens schafft diese Vorgehensweise viele Arbeitsplätze. Um Plastikmüll in der Stadt und auf den Müllhalden zusammenzusammeln, benötigt man schließlich keine besondere Ausbildung, verdient aber dennoch besser als ohne diese Anstellung.

Auf nur 40 Tonnen beläuft sich die monatliche Produktion der innovativen Firma “Ecopost” — und schafft doch 25 Arbeitsplätze allein in der Fabrik selbst und Jobs für 200 weitere Plastiksammler. Expansion wäre dringend angezeigt, doch dafür sind zunächst noch neue Maschinen zu teuer. Aktuell wird mit einer in Deutschland ausrangierten Presse gearbeitet.

Die Idee bleibt dennoch brillant und in jeglicher Beziehung sinnvoll in ihrer Umsetzung: Für ein Stück Fortschritt in Nairobi auch im Umgang mit Müll.

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2 Kommentare zu Nairobi: Zäune aus Plastikmüll

  1. Marion Menzel sagt:

    Sehr interessante und innovative Idee das Muellaufkommen zu reduzieren und einen sinnvollen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Haette gerne mehr von Frau Rutto erfahren.

  2. admin sagt:

    Find ich wirklich eine innovative Idee, gerade die Müllbeseitigung und das auch noch mit umweltfreundlicher Weiterverwendung finde ich echt super. Danke Touring Afrika für den Beitrag.

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